Schweitzer zur Flüchtlingsunterbringung: Kirner Hilfsbereitschaft soll Schule machen zentraler “Ansprechpartner” sinnvoll

Schweitzer zur Flüchtlingsunterbringung: Kirner Hilfsbereitschaft soll Schule machen  zentraler “Ansprechpartner” sinnvoll

Die Verbandsgemeinde Kirn-Land (Landkreis Bad Kreuznach) nimmt etwa doppelt so viele Flüchtlinge auf, wie sie unterbringen müsste. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag, Alexander Schweitzer, regt an, dass weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz diesem Vorbild folgen: “In vielen ländlichen Gemeinden, in denen die Bevölkerung sinkt, gibt es mehr Wohnraum, der ungenutzt bleibt. Oft sind die Bewohner auch bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Es wäre daher ein tolles Signal, wenn vor allem ländliche Kommunen hier besonderes Engagement zeigen.” Dadurch könnten auch Städte entlastet werden, in denen es zu wenig Wohnraum gebe und in denen Unterkünfte für Flüchtlinge nur schwer zu finden sind.

Schweitzer regt an, dass im zuständigen Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen ein fester Ansprechpartner eingesetzt wird, an den sich Landkreise, Städte und Gemeinden wenden können, die mehr Flüchtlinge aufnehmen wollen. “Die Kontaktperson könnte den Kommunen bei rechtlichen und organisatorischen Fragen zur Seite stehen. Ein Ansprechpartner kann helfen, dass Kommunen, die Kapazitäten freihaben, und solche, in denen es an Wohnraum mangelt, leichter zusammenfinden.”

Schweitzer lobt das besondere Engagement der Verbandsgemeinde Kirn-Land. Nach Angaben des dortigen Bürgermeisters Werner Müller (SPD) hat seine Gemeinde 2014 49 neu angekommene Flüchtlinge aufgenommen. Dem Verteilungsschlüssel zufolge hätte sie sich nur um 26 Personen kümmern müssen. “Wir haben in unseren Dörfern Wohnraum für noch mehr Flüchtlinge”, betont Müller. Seine Verbandsgemeinde achte darauf, die Menschen in solchen Orten unterzubringen, in denen Geschäfte, Schulen, Ärzte und eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vorhanden seien.

Nicht in zentralen Großeinrichtungen, sondern in dezentralen Wohnungen wohnen die Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Kirn-Land, betont Müller. “Dadurch kann die Integration schneller klappen.” Es beeindrucke ihn besonders, dass es in vielen Gemeinden ein starkes ehrenamtliches Engagement für die Flüchtlinge gebe. “In der Gemeinde Oberhausen werden in einem leer stehenden Pfarrhaus Flüchtlinge untergebracht. Dort engagieren sich mittlerweile 40 Personen.” Müller sieht die Flüchtlinge als eine Chance für die Region: “Es sind Menschen, die zum Teil hoch qualifiziert sind. Wir brauchen in den kommenden Jahren Zuwanderung. Ein Stück weit kann die Zuwanderung dem demografischen Wandel entgegenwirken.”