Kleiderkammer hilft unbürokratisch

Kleiderkammer hilft unbürokratisch

Alt: Konkrete Lösungen statt Problembeschreibungen -  Kron: Vielfältige Unterstützung

MEISENHEIM. Derzeit leben 47 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Meisenheim. Sie kommen aus den Kriegsgebieten dieser Welt – „meist nur mit ihren Kleidern am Leib“, so Bürgermeister Dietmar Kron. Die seit Kurzem eingerichtete Kleiderkammer auf dem Gelände des Paul-Schneider-Gymnasiums (PSG) ist eine wichtige Anlaufstelle für diese Menschen. Hier erhalten sie und auch andere Hilfsbedürftige in der Verbandsgemeinde unbürokratisch das Nötigste zum Leben: gebrauchte Bekleidung, Hausrat und Einrichtungsgegenstände -organisiert im Zusammenwirken von Verwaltung, örtlichen Firmen sowie privaten Spendern.
Die Betreuung der Einrichtung erfolgt ehrenamtlich.

Auf Einladung des SPD-Gemeindeverbands Meisenheim kam der Landtagsabgeordnete Dr.
Denis Alt in die Kleiderkammer: „Mich interessieren vor allem konkrete Lösungen vor Ort. In
Mainz erfahre ich oft nur abstrakte Problembeschreibungen.“ Die Einrichtung auf dem PSG-Gelände
ist nur ein Teil der praktischen Flüchtlingsarbeit. Sie wäre ohne die große Unterstützung durch die Menschen in der Verbandsgemeinde nicht möglich gewesen, betonte Holger Thunig, Vorsitzender der SPD in der VG.
Beispiele: Die Leitung des PSG stellt kostenlos die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Firma BITO-Lagertechnik stiftet Regale und die Firma Möbel-Martin hilft mit Lkw und Fahrer beim Transport.

Auch die Spendenbereitschaft ist ausgezeichnet. Birgit Baab, Eva-Maria Collet und Ruth Thunig, die die ehrenamtliche Betreuung der Kleiderkammer übernommen haben, können die gespendeten Kleider und Haushaltsgegenstände schwerlich „verarbeiten“. „Wir prüfen immer die Sauberkeit, den Zustand und den praktischen Nutzen“, so Eva-Maria Collet. „Die ehrenamtlichen Helfer/Innen und freiwilligen Patenschaften erleichtern nicht nur die Integration, sie entlasten auch die Verwaltung“, stellt VG-Bürgermeister Kron fest. Bei den Sprachkursen setzt er auf Lösungen vor Ort: „Wir warten nicht ab, bis die Sprachkurse in Bad
Kreuznach anfangen, sondern nutzen schon in Meisenheim alle Möglichkeiten.“ Dies spare auch Kosten. Bei der ärztlichen Versorgung habe man hier ebenfalls gute Rahmenbedingungen für die Menschen.

Eine täglich stundenweise Arbeit ist den Flüchtlingen erlaubt. „Daher bieten wir den Männern die Möglichkeit zur Mitarbeit im städtischen Bauhof“, so Kron. Zur Wohnungssituation stellt
der Bürgermeister fest: Die meisten Flüchtlinge wohnen in Meisenheim, einige in Schweinschied. Derzeit sind drei weitere Wohnungen in Vorbereitung.

Kron ist mit dem bisherigen Verlauf der Flüchtlingsarbeit vor Ort sehr zufrieden: „Trotzdem, wir lernen jeden Tag dazu“. Die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Kreises sei
„ausgezeichnet“ und orientiere sich immer an der Bedarfssituation der Menschen. Kron hat den Eindruck, dass sich die vielfach traumatisierten Menschen in der VG Meisenheim
wohlfühlen. Dies brachte eine Frau mit zwei Worten zum Ausdruck: „Meisenheim safe“

F- Besuch Kleiderkammer Meisenheim