Gute Zukunft mit neuem Eigentümer – Landtagsabgeordnete der SPD bei Johann Hay Automobiltechnik

Gute Zukunft mit neuem Eigentümer  – Landtagsabgeordnete der SPD bei Johann Hay Automobiltechnik

„Es läuft gut bei einem der größten Arbeitgeber unserer Region. Die Neuausrichtung auf den Weltmarkt trägt Früchte“ so die Einschätzung des wirtschaftlichen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Denis Alt, nach dem Gespräch mit der Geschäftsführung der Johann Hay Automobiltechnik in Bockenau. Gemeinsam mit seinen Fachkollegen des Arbeitskreises „Wirtschaft und Verkehr“ war er vor Ort bei dem Traditionsunternehmen an der mittleren Nahe, das sich von einem Familienbetrieb zu einem weltweit agierenden Zulieferer für alle namhaften Automobilhersteller entwickelt hat.

In China präsent

Die Johann Hay GmbH & Co. KG Automobiltechnik gehört zur HAY/GROUP und beschäftigt in Bad Sobernheim und dem Schmiedebetrieb in Bockenau mehr als 1 100 Mitarbeiter. Zudem gibt es vier weitere Produktionsstätten in Deutschland. International produziert man in Spanien, Ungarn und auf dem größten Wachstumsmarkt für Automobile – in China. Mit 2 800 Mitarbeitern gehört das Gesamtunternehmen zu den Marktführern der Massivumformung und Zerspanung und produziert Motoren- und Getriebeteile für PKW und Nutzfahrzeuge (Jahresumsatz ca. 600 Mio. Euro).

Entwicklung seit 2011 positiv

Geschäftsführer Dr. Ralph Onken zeigte sich mit dem seit 2011 eingeleiteten Entwicklungsprozess sehr zufrieden. Erfolgreiche Internationalisierung, z.B. den Bau eines Werkes in China; Steigerung der Produktionstiefe in Deutschland durch Firmenzukauf (Metallumform GmbH) und Investitionen in die heimischen Standorte sowie Optimierung der Produktionsprozesse kennzeichnen die geschäftspolitischen Entscheidungen der letzten Jahre. Die Krisenjahre 2009 und 2010 seien bewältigt, dazu hätten Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und die Kreditgeber beigetragen, so Onken rückblickend. Er lobte auch den damaligen Einstieg des amerikanischen Investors Gores Group LLC bei Hay. Dessen Engagement hätte nicht nur die Eigenkapitalbasis des Unternehmens gestärkt, sondern auch den Eintritt in den asiatischen Markt ermöglicht.

Internationalisierung durch neuen Eigentümer gestärkt

„Unser internationales Engagement dient auch der Arbeitsplatzsicherung in Deutschland – nicht der Verlagerung bestehender Arbeitsplätz ins Ausland“, so der Hay-Geschäftsführer. Die Automobilhersteller erwarteten allerdings von den Zulieferern Präsenz vor Ort und hohen Qualitätsstandards bei den Produkten. Hay entwickele und produziere beispielsweise alle Präzisionswerkzeuge in Deutschland und verschicke sie nach China. Damit könne man den Qualitätsanspruch der Großkunden sicherstellen. Außerdem gäbe es Vereinbarungen mit der IG Metall zur Standortsicherung für Bad Sobernheim und Bockenau. „Unsere Strategie ist es, langfristig die Standorte in Deutschland zu sichern“, betont Onken. Seit einigen Monaten hat der Autozulieferer einen neuen Eigentümer – die Musashi Seimitsu Industry Co. Ltd. Das börsennotierte japanische Familienunternehmen ist in vergleichbaren Technologiefeldern unterwegs. Es gäbe keine direkten Überschneidungen von Geschäftsfeldern, die Arbeitsplätze gefährden. „Im Gegenteil, es erschließen sich neue Potenziale für Hay “, ist sich der Geschäftsführer sicher.

Energieeinsparung

2015 wurden in der Hay-Group mehr als 300 000 Tonnen Stahl verarbeitet. Daher haben die Materialoptimierung, Gewichtsreduzierung, Energieeinsparung sowie die Verbesserung der Arbeitsprozesse einen hohen Stellenwert. Hier wandte sich der Hay-Geschäftsführer an die Abgeordneten und bat um Prüfung, ob hier Unterstützungsmöglichkeiten durch das Land möglich seien.