Enge Kooperation zwischen Agentur für Arbeit und Jobcenter – Alt: Gespräch zur Lage am heimischen Arbeitsmarkt

Enge Kooperation zwischen Agentur für Arbeit und Jobcenter – Alt: Gespräch zur Lage am heimischen Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach entwickelt sich seit einiger Zeit positiv. Dies zeigen auch die kürzlich veröffentlichten Juli-Zahlen: Ein nur leichter saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,6 auf 5,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, regionale Arbeitgeber haben fast 800 neue Stellen zu besetzen und die Arbeitslosigkeit von Älteren, Langzeitarbeitslosen und schwerbehinderten Menschen sinkt weiter; auch bei Menschen, die Grundsicherung erhalten und von den Jobcentern betreut werden, ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit von 1,7 Prozent im Juli gegenüber Juni 2016 festzustellen – dies alles sind gute Nachrichten, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Denis Alt, aus Bad Sobernheim.

Doch wie geht es auf dem heimischen Arbeitsmarkt weiter? Wie reagieren Agentur für Arbeit und die Jobcenter auf den sich abzeichnenden Mangel an Fachkräften und die fehlenden Auszubildenden im Handwerk? Wie stellen sich beide Behörden auf die arbeitssuchenden Flüchtlinge ein? Hierzu tauschten sich sehr praxisorientiert der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, Bertram Schuster, der Geschäftsführer des Jobcenter Bad Kreuznach, Klaus Lang, die beiden Teamleiter in Kirn, Karl-Heinz Klein (Leistungsbereich), Holger Schneeberger (Markt und Integration) und der Landtagsabgeordnete aus.

In allen Bereichen baue man bei der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach und dem Jobcenter auf eine enge personelle und inhaltliche Kooperation und Abstimmung, um eine bedarfsgerechte Betreuung der Menschen zu erreichen, obwohl beide Behörden rechtlich unabhängig seien, betonten Schuster und Lang bei der Darstellung ihrer Aufgaben und Zuständigkeiten.

Die regionale Wirtschaft und Handwerksbetriebe suchen vielfach Personal. „Wir haben freie Arbeitsplätze anzubieten“, stellt der stellvertretende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit fest, jedoch passe sehr oft das Angebot und die Nachfrage nicht zusammen. Und hier setze die Arbeit der Vermittler und Berater ein. Man habe eine Vielzahl von „Instrumenten“ zur Qualifizierung, Förderung und Finanzierung im Angebot, so Schuster, die für Arbeitssuchende und Unternehmen hilfreich seien. Die 26 Mitarbeiter/Innen im sogenannten Arbeitgeberservice seien bestrebt regelmäßig Kontakt zu den heimischen Unternehmen und Betrieben zu halten, um u.a. über den aktuellen Azubi-Bedarf auf dem Laufenden zu sein und über Förderprogramme zu informieren. Als Beispiel nennt er das Programm „WeGebAU“. In dessen Fokus die Qualifizierungsförderung ungelernter und geringqualifizierter Beschäftigten in kleinen und mittleren Betrieben steht – „vom Altenpflegehelfer zum examinierten Altenpfleger“. Leider wird dieses Angebot von den Betrieben zur Zeit wenig genutzt, bedauert Schuster.

Ein niedriger Betreuungsschlüssel (Wie viel Kunden hat ein Mitarbeiter im Jobcenter oder Arbeitsagentur zu betreuen?) sei ein wichtiger Faktor für die Integration des Kunden in den Arbeitsmarkt, stellt der Jobcenter-Geschäftsführer fest. „Je arbeitsmarktferner die betreffende Zielgruppe, je größer der Betreuungsbedarf“, so Lang. Arbeitsintensiv sei auch für den Leistungsbereich des Jobcenters die Bearbeitung des Arbeitslosengeld II, betonte Klein. Hier bedürfe es bei jeder Veränderung der Einkommenssituation einer Neuberechnung (z.B. bei den sogenannten „Aufstockern“, deren Einkommen unterhalb der Grundsicherung liegt).

Bei dem Thema „Flüchtlingen“ ist die Ausrichtung der beiden Behörden klar: Integration in den Arbeitsmarkt setzt deutsche Sprachkenntnisse voraus. Deshalb sind deren Aktivitäten derzeit darauf ausgerichtet, für ein adäquates „Sprachschulen-Angebot“ im Zuständigkeitsbereich zu sorgen. Die sehr unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen der Menschen verlange zielgruppenbezogene Angebote, dies gelte auch für den Einstieg in den Arbeitsmarkt und den Zielberuf.