Alt und Weingarten: Mehr Wertschätzung und angemessene Bezahlung für Pflegeberufe – Ambulantes Pflegeteam Bohn/Dech-Martin besteht seit 20 Jahren

Alt und Weingarten: Mehr Wertschätzung und angemessene Bezahlung für Pflegeberufe – Ambulantes Pflegeteam Bohn/Dech-Martin besteht seit 20 Jahren

Einigkeit nach dem Gespräch: „Gute Pflege braucht mehr Wertschätzung und qualifizierte Pflege muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren“; v.l. David Bohn (Leiter Ambulantes Pflegeteam), Dr. Denis Alt, MdL, Jetty Bohn (Mitbegründerin des Pflegeteams), Susanne Dech-Martin (Leiterin Ambulantes Pflegeteam) und Dr. Joe Weingarten (SPD-Bundestagskandidat).

Wie sieht es in der Nahe-Glan-Region um die häuslichen ambulanten Pflegeangebote aktuell und in Zukunft aus? Wo sind die Herausforderungen der privaten Pflegedienste? Diese Fragestellungen standen im Mittelpunkt des Besuchs von Dr. Joe Weingarten (SPD-Bundestagskandidat) und Dr. Denis Alt, MdL beim Ambulanten Pflegeteam Bohn und Dech-Martin in Bad Sobernheim. Das Team in Sachen häuslicher Pflege verfügt über 20-jährige Erfahrung und kennt die Bedürfnisse der zu Pflegenden und deren Familien sowie die Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen. 1997 gründeten Jetty Bohn und Susanne Dech-Martin das Pflegeteam als „2-Frauen-Betrieb“. Heute sind 45 Pflegefachkräfte ambulant unterwegs – mit jeweils einem Standort in Bad Sobernheim und Kirn.

„Grundsätzlich sehen wir uns nicht als Konkurrenz zu den kommunalen Anbietern. Wir wollen durch eine qualifizierte und bedarfsgerechte Pflege überzeugen. Letztendlich entscheiden die betroffenen Familien über die Wahl des Pflegedienstes“, so David Bohn zu seinem Selbstverständnis als privater Anbieter, der seit dem Ausscheiden seiner Mutter Jetty aus der Geschäftsleitung gemeinsam mit Susanne Dech-Martin das Pflegeteam führt. „Wir versuchen auch die menschliche Seite nicht zu vergessen. Wenn das Aufnahmegespräch mit dem zu Pflegenden mehr als zwei Stunden dauert, dann rechne ich nicht nach, wie viel die Pflegekasse davon zahlt“, ergänzt Jetty Bohn.

Aktuell, so die Einschätzung von Bohn und Dech-Martin, seien die Angebote zur häuslichen Pflege durch private oder kommunale Anbieter in der Nahe-Glan-Region ausreichend. Jedoch steige der Pflegebedarf in Zukunft. Gleichzeitig sei die Gewinnung von Pflegefachkräften jetzt schon schwierig. Das Bad Sobernheimer Pflegeteam setzt hier unter anderem auf Pflegekräfte, die nach der Elternzeit arbeiten wollen. Weingarten und Alt waren sich einig, dass es einer positiven Außendarstellung aller Pflegeberufe bedürfe, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dazu kommt die allgemeine Wertschätzung der Berufe und eine angemessene Bezahlung. Schließlich wollten alle im Ernstfall gut gepflegt werden.

 

Die vielfältigen gesetzlichen Dokumentationspflichten werden von dem Bad Sobernheimer Pflegeteam kritisch gesehen. Ein neues Computersystem soll hier innerbetriebliche Abläufe beschleunigen, die Abrechnung mit den Kostenträgern vereinfachen (Stichwort: „digitale Unterschrift“) und somit mehr Zeit für die eigentliche Pflege ermöglichen. Weingarten glaubt nicht, dass sich zukünftig die Dokumentationsaufgaben verringern werden, hier gelte es die fortschreitende Technisierung und Digitalisierung zu nutzen. Auch die Aufgaben des Pflegeteams haben sich im Laufe der Jahre geändert: Neben der Grundpflege gewinnt die Behandlungspflege und die Medikamentenabgabe immer mehr an Bedeutung. Zudem werden die haushaltsnahen Dienstleistungen verstärkt nachgefragt, berichten die Gesprächspartner. Fazit von Alt und Weingarten: „Private Pflegedienste und die Sozialstationen in kommunaler Trägerschaft ergänzen sich und sorgen für eine flächendeckende Versorgung der betroffenen Menschen in unserer Region“.