Alt: Mit den Flüchtlingen sprechen und nicht über sie!

Alt: Mit den Flüchtlingen sprechen und nicht über sie!

„Mit den Flüchtlingen sprechen und nicht über sie!“ Aus dieser Motivation heraus lud der örtliche Landtagsabgeordnete Dr. Denis Alt (SPD) kürzlich einige junge Flüchtlinge aus dem Kreis nach Bad Sobernheim ein. Der Einladung gefolgt waren knapp 15 junge Menschen in Begleitung von Herrn Mehran Armin, der für das Ausländerpfarramt in Bad Kreuznach tätig ist, und Herrn Dr. Georg Meerwein, der in Zusammenarbeit mit dem Pfarramt ehrenamtlich im Bereich Sprachkurse und Integration aktiv ist.

Bei einem Eis und Minigolf auf Einladung des Abgeordneten, erzählte die Gruppe von ihren Erfahrungen, die sie in der ersten Zeit in Deutschland gemacht hatten. Die Jugendlichen, die vorwiegend aus Afghanistan und dem Iran stammen und zum Teil erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben, berichteten über viele positive aber auch wenige negative Erfahrungen mit den Menschen vor Ort und ihren Lehrern. „Ich war wirklich positiv überrascht, wie gut die Gruppe bereits Deutsch spricht, obwohl einige von ihnen gerade einmal ein Jahr Sprachkurse besuchen und ohne Vorkenntnisse nach Deutschland gekommen sind“, so Alt. „Außerdem ist es interessant aus erster Hand zu erfahren, wie eine Flucht aus Afghanistan, oftmals zu Fuß, über ein bis zwei Jahre verläuft und aus welchen Gründen sich die Menschen konkret auf den Weg gemacht haben.“

Viele der Jugendlichen schreiben gute Noten in der Schule und haben Ambitionen später das Gymnasium zu besuchen oder nach ihrem Abschluss eine Berufsausbildung zu beginnen. Der Abgeordnete betonte, dass der Kontakt und der Dialog auf Augenhöhe sehr wichtig für die Flüchtlingsarbeit ist:

„Was nützen Runde Tische und Gespräche auf Ebene der Politik, wenn wir nicht auch vor Ort mit den Menschen in Kontakt treten und direkt erfahren ‚wo der Schuh drückt‘. In den letzten Tagen war ich als Haushaltspolitiker stark mit den finanziellen Folgen der Flüchtlingshilfe beschäftigt, aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Realität. Politisch muss klar sein: Wir brauchen eine klare Trennung zwischen Asylverfahren und sonstiger Zuwanderung. Asylverfahren müssen massiv beschleunigt werden, damit Integration oder Rückführung, je nach Ausgang des Verfahrens, erfolgen können. Dies liegt in unserem Interesse, aber auch im Interesse der Antragsteller selbst.

Darüber hinaus brauchen wir ein Zuwanderungsgesetz, bei dem wir selbst regeln können, welche Personen nach welchen Kriterien in die Bundesrepublik einwandern können. Damit muss die Zuwanderung außerhalb der Asylverfahren endlich sachgerecht gesteuert werden.

Ich danke allen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, als Ehrenamtliche in ihrer Freizeit, aber auch bei den Hauptamtlichen, die derzeit über alle normalen Arbeitszeiten hinaus mit hohem Einsatz tätig sind.“

 Foto: (v.l.): Mehran Armin, Denis Alt, Georg Meerwein und im Vordergrund die jungen Flüchtlinge