Alt: Keine Grundschule im Landkreis Bad Kreuznach steht auf dem Prüfstand

Alt: Keine Grundschule im Landkreis Bad Kreuznach steht auf dem Prüfstand

 „Keine Grundschule im Landkreis Bad Kreuznach steht derzeit auf dem Prüfstand und muss somit mit ihrer angeordneten Schließung rechnen – auch nicht die Grundschule in Staudernheim“, dies betont der Landtagsabgeordnete Dr. Denis Alt (SPD) aus Bad Sobernheim, nachdem die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig den Entwurf der „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“ vorgestellt hat.

Damit laufe die Panikmache der örtlichen CDU-Politiker im Vorfeld ins Leere. Es sei nicht hilfreich gewesen, Eltern, Schüler und Lehrer vermeintlich betroffener Schulen durch Spekulationen zu verunsichern, die sich im Nachhinein als nicht haltbar herausstellten, so Alt. „Ich hatte auf die Meldung hierzu von den örtlichen CDU-Vertretern gewartet. Aber da ich dies bei der morgendlichen Lektüre der Lokalzeitungen leider nicht gefunden habe, nehme ich gerne zu diesem Thema Stellung.“

Das Vorgehen passe allerdings auch zur Arbeit der CDU im Landtag: Die Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner stellte Kleine Anfragen zu diesem Thema an die Landesregierung und wartete erst gar nicht deren Antwort ab. „Es wurden sofort über die Presse Vermutungen gestreut, die zur Verunsicherung der Betroffenen beitrugen. Dies sollten wir generell unterlassen, weil ein solches Vorgehen zur Politikverdrossenheit beiträgt“, bewertet Alt das politische Handeln der CDU in diesem für die Menschen sehr wichtigen Bereich. „Gerade in Zeiten von Falschmeldungen und „Fake News“ im Internet ist es umso wichtiger, dass wir als verantwortliche Politiker uns davon möglichst deutlich unterscheiden.“

Die Entscheidung von Bildungsministerin Hubig, 41 kleine Grundschulen von insgesamt 964 Grundschulen in Rheinland-Pfalz darauf hin zu überprüfen, ob diese dauerhaft weiterbetrieben werden können, bewertet der Landtagsabgeordnete wie folgt: „Die Leitlinien zur Überprüfung der kleinen Grundschulen sind so ausgelegt, dass der Grundsatz ‚Kurze Beine, kurze Wege‘ auch zukünftig in Rheinland-Pfalz Beachtung findet. Jede Schule wird einer Einzelfallbetrachtung unterzogen und auch örtliche Besonderheiten werden einfließen. Sehr kleine Grundschulen können durchaus sinnvoll sein. Es ist jedoch Aufgabe der Landesregierung, mögliche schulorganisatorische Grenzen hier zu erkennen, etwa bei Vertretungssituationen oder bei pädagogischen Angeboten. Hier gilt es die notwendigen Entscheidungen zu treffen – auch wenn die manchmal unpopulär sind. Man muss es mal deutlich sagen: Derzeit werden zum Beispiel einige Schulen geschlossen, bei denen insgesamt eine einstellige Zahl von Schülerinnen und Schülern die Klassenstufen 1 bis 4 besucht. Die werden mitunter von einer einzigen Lehrkraft unterrichtet, die theoretisch nicht mal auf die Toilette gehen darf, ohne ihre Aufsichtspflicht zu verletzen. Eine Regierung, die das einfach ignorieren würde, würde ihre Aufgaben nicht erledigen – Beliebtheit hin oder her.“